Die Nähmaschine
Ein Greifer übernimmt nach dem Durchstich der Nähnadel durch das Nähgut einen Teil des zunächst an der Nadel anliegenden Oberfadens; dieser muss dem Greifer zuvor zugänglich gemacht werden. Das erfolgt meist durch den Schlingenhub, einer Nadelbewegung, die nach dem unteren Totpunkt der Nadel in Richtung Ausstich erfolgt und den Faden von der Nadel löst.
Die nun folgende Verschlingung bei der Doppelsteppstichmaschine geschieht entweder durch Hindurchführen eines Spulenfadenwickels zwischen Nadel und großgezogener Fadenschlinge, wobei Spulenfaden abgewickelt wird, oder durch Umführen der Fadenschlinge um einen Spulenwickel. Das Bild zeigt die Umführung einer Fadenschlinge eines einfach vertikal umlaufenden Greifers um einen Spulenfadenwickel zur Bildung des Doppelsteppstiches. Die meisten heute gebauten gleichförmig umlaufenden Greifersysteme machen zwei Umdrehungen pro Stich, allerdings werden auch Greifersysteme mit drei Umdrehungen pro Stich gebaut. Die horizontal umlaufenden Greifersysteme erlauben das Wechseln der Spule von oben. In preiswerten Haushaltsnähmaschinen werden oft auch oszillierende Greifersysteme eingesetzt.
Die Grundform der Nähmaschine ist die rechtsständige Flachbettnähmaschine. Für besondere Arbeitsgänge sind entsprechende Nähmaschinenformen entwickelt worden, die wie folgt zu unterscheiden sind: Flachbett-, Sockel-, Säulen-, Freiarm- und Blocknähmaschine. Es wurden auch vereinzelt linksständige Nähmaschinen gebaut, und die Armmaschine unterteilt sich in Freiarm-, Armabwärts- und Armaufwärtsnähend; die Säulenmaschine gibt es in mehreren Säulenhöhen und -Konstruktionen als auch mit drehbarer Kurbelsäule in verschiedenen Ausführungen.
Der Antrieb einer Nähmaschine erfolgt heutzutage mit einem Elektromotor. Diese Bauart ist aber nicht zwingend notwendig, die gleiche Maschine kann auch per Pedal durch die Füße der nähenden Person angetrieben werden. Platzsparende Tischnähmaschinen hatten vor der Elektrifizierung eine Handkurbel mit Übersetzung. Einer Umdrehung der Kurbel entsprachen drei Stiche.
Der Einsatz von Mikroprozessoren ist in Nähmaschinen weit verbreitet. Bei Haushaltmaschinen übernehmen sie heute teilweise viele Funktionen; so werden über Stellmotoren der Zickzackantrieb bzw. der Überstich, die Kulisse für die Stichlänge, das Heben und Senken des Nähfußes sowie Stickrahmen bewegt. Über Bedieneinheiten können Nähmuster abgerufen werden, in hochpreisigen
Nähmaschinen sind Diskettenlaufwerke zum Abrufen von Stickmustern eingebaut. Es wurden auch Schnittstellen zum Anschluss an einen PC verwirklicht.
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